Themenfelder und Forschungsschwerpunkte

Themenfelder und Forschungsschwerpunkte

Die Philologisch- Kulturwissenschaftliche Fakultät fasst ihre Tätigkeit in vier Themenfeldern zusam­men.

Europäische Kulturen und Identitäten:

Alle Philo­logien europäischer Sprachen, aber auch die Mu­sikwissenschaft, die Theater-, Film- und Medien­wissenschaft sowie die Sprachwissenschaft, beschäf­tigen sich mit dem Thema Kultur und Identität. Dabei stehen sie in einem engen Dialog mit anderen Geistes- und Sozialwissenschaften.  Kaum eine andere Universität in Europa weist so viele Fachrichtungen auf, die sich mit den Kultu­ren, Sprachen und Literaturen der kleineren Länder in Europa auseinandersetzen. Insbesondere die Slawistik und Roma­nistik bieten ein sehr ausdifferenziertes Sprachpro­fil an. In der Musikwissenschaft werden komplexe Fragestellungen zur Musik, ihrer Geschichte sowie ihrer Wahrnehmung und Wirkung aus historischer, philologischer, kulturanthropologischer, kulturwissenschaftlicher, soziologischer, naturwissenschaftlicher und psychologischer Perspektive erforscht. Alle diese Fächer tragen dazu bei, den Selbstrefle­xionsprozess über die Identitäten und Kulturen in Europa zu befördern. Zugleich reagieren sie auf den Prozess der globalen kulturellen Diversifizie­rung, indem sie jene Fragestellungen zur weltweiten Ausstrahlung der europäischen Kul­tur sowie deren Ausformung außerhalb Europas zum behandeln.

Globale Kulturen und Identitäten:

Zahlreiche Fachbereiche und Disziplinen beschäftigen sich mit Kulturen und Identitäten im globalen Kontext in enger Vernetzung mit den historischen, sozial- und politikwissenschaftlichen Fächern. In den Ostasienwissenschaften liegt der Schwerpunkt auf der Gegenwart, im Bereich Südasien, dem Mittleren und Nahen Osten und Nordafrika werden die gegenwartsorientierten kultur- und sozialanthropologischen Aspekte ergänzt durch die historische Dimension und die Philologie. Die Fakultät bekennt sich nachdrücklich zu ihrer Aufgabe, die für sie charakteristischen philologischen Kernkompetenzen weiterzuentwickeln. Zunehmend widmen sich auch Fächer, die früher fast ausschließlich in einem europäisch geprägten Kontext arbeiteten, außereuropäischen Themen, etwa in der Rezeption des kolonialen Erbes in Asien, Afrika und Lateinamerika. Vor dem Hintergrund der fortschreitenden Globalisierung stehen Migrations- und Diasporaphänomene in steigendem Maße im Fokus von Fächern wie etwa den Afrikawissenschaften oder der Romanistik. Auf Grundlage ihrer Expertise zu unterschiedlichen Aspekten außereuropäischer Gesellschaften verfügen diese Fächer über das Potenzial, auf die sich verändernden Anforderungen der Globalisierung zu reagieren, ein obsoletes Verständnis des „Fremden“ zu überwinden und damit auch einen konstruktiven Beitrag zu gesellschaftlichen Fragen zu leisten, und ergänzen damit das Profil der sozial- und wirtschaftswissenschaftlichen Fächer der Universität.

Systemische und funktionale Di­mensionen von Kommunikation: 

Sprachwissenschaftliche Themen wer­den sowohl im Rahmen der Einzelphilologien als auch mit sprachübergreifenden Ansätzen erforscht, wobei die Sprachwissenschaft und die sprachwis­senschaftlichen Bereiche anderer Fächer, insbeson­dere der Afrikawissenschaften, der Anglistik, der Finno-Ugristik, der Germa­nistik und der Romanistik intrafakultär vernetzt sind.In allen Bereichen werden methodisch sowohl die sozio-historische als auch die systemisch-funktionale wie die angewandte Betrachtung von Sprache heran - gezogen. Mehrsprachigkeit und Sprachkontakt sowie die Erforschung von Spracheinstellungen in unterschiedlichen gesellschaftlichen und politischen Kontexten sind ein Fokus zahlreicher Forschungsbereiche an der Fakultät, der darüber hinaus mit der Fakultät für Philosophie und Bildungswissenschaft sowie der Fakultät für Sozialwissenschaften und dem Zentrum für LehrerInnenbildung verknüpft ist. Der systemisch-funktionale Bereich sprachwissenschaftlicher Forschung ist über die Fakultät hinaus mit der Psychologie, der Cognitive Science und den Neurowissenschaften vernetzt.

Ästhetische und mediale Dimen­sionen von Kommunikation: 

Die ästhetische Kommunikation ist Gegen­stand aller Fächer der Fakultät. In den traditionel­len Philologien gilt dies insbesondere für die Literaturwissenschaft. Dabei bietet die Fakultät die Mög­lichkeit, ästhetische Kommunikation in den un­terschiedlichsten Formen (Musik, Theater, Litera­tur, Film, neue Medien) sowie in den unterschied­lichsten kulturellen und sprachlichen Ausprägun­gen philologisch, literatur- und kulturwissenschaftlich und komparatistisch zu erforschen. Einen wichtigen Schwerpunkt bildet gerade im Bereich der historisch ausgerichteten Fächer und Fachteile - im Sinne einer Material Philology - die Ana­lyse und (digitale) Aufbereitung der Überlieferung. Weitere Schwerpunkte werden zum einen durch die spezifische Situation in Wien und in Österreich (so­ wohl was die reichhaltig vorhandenen Materialien als auch die spezifische Kontaktsituation anbelangt) gesetzt, zum anderen versteht sich die Fakultät als eine Vorreiterin in der literatur-, medien- und kulturtheoretischen Debatte nicht nur im österreichi­schen Kontext.

Forschungsschwerpunkte:

Im Sinne der Stärkung ihrer erfolgreichen Forschungsgebiete betrachtet die Fakultät in den nächsten Jahren kulturelle und gesellschaftliche Transformationen in Asien und Afrika, Ästhetische Kommunikation und Medialität sowie Sprachentwicklung, Sprachkontakt, Spracheinstellung als wesentliche Forschungs- und Entwicklungsschwerpunkte, die sowohl auf dringende gesellschaftliche Bedürfnisse eingehen als auch aktuelle Forschungsentwicklungen widerspiegeln. Darüber hinaus sollte der Notwendigkeit Rechnung getragen werden, dass sich die Fakultät fachlich international ausrichtet und dennoch die Besonderheit des Standorts Wien zum Ausdruck bringt.